Land und Region stehen hinter Regionalflughafen Calden und seinen Mitarbeitern

Bei Gesprächen mit Geschäftsführung und Mitarbeitern der Flughafen GmbH Kassel (FGK) haben sich die Hessische Landesregierung und die Gesellschafter der FGK noch einmal eindeutig zum Regionalflughafen und seiner Zukunft als Teil der Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen bekannt. Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um in einer zum Teil aufgeregten öffentlichen Debatte 'Ja' zu sagen: 'Ja' zum Flughafen Kassel-Calden 'Ja' zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Calden und 'Ja' zum Wirtschaftsstandort Kassel und Nordhessen, sagte Hessens Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der FGK, Dr. Thomas Schäfer. Vom heutigen Tag geht ein starkes Signal aus, dass die Menschen in Nordhessen darauf vertrauen können, dass das, was hier mit großem Engagement aufgebaut wurde, nicht in wenigen Monaten kaputt geredet wird, so Schäfer weiter, der damit nicht nur für die Landesregierung, sondern für alle Gesellschafter Stadt und Landkreis Kassel, Gemeinde Calden und Land Hessen sprach.

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Landrat Uwe Schmidt und der Erste Beigeordnete der Gemeinde Calden, Adolf Roß, hatten klare Botschaften im Gepäck:

Ziel der Gesellschafter ist es, den Flughafen Kassel-Calden in den kommenden Jahren zu einem integralen Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen zu entwickeln. Dafür bedarf es eines langen Atems, Gelassenheit in unruhigen Zeiten und des Vertrauens in die wirtschaftliche Tragkraft dieser Region.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sicher sein, dass niemand in der Wintersaison entlassen wird, weil in einem begrenzten Zeitraum von Kassel-Calden aus weniger Flüge starten werden. Das wäre nicht nur unverantwortlich gegenüber den Beschäftigten, sondern würde auch die Betriebstätigkeit des Flughafens selbst aufs Spiel setzen, war man sich einig.

Für den Sommerflugplan können wir schon jetzt eine deutliche Stabilisierung feststellen.

Der Bau des Flughafens ist eine nordhessische Erfolgsgeschichte und ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen dem Land, der Stadt und dem Landkreis Kassel sowie der Gemeinde Calden, erklärte Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Die IHK Kassel-Marburg habe das Projekt ebenfalls klar unterstützt und erst jüngst wieder ein Bekenntnis zum Flughafen abgelegt, der bereits intensiv für den Geschäftsreiseverkehr genutzt werde. Als Verantwortliche vor Ort finden wir uns hier in einem breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens, der zum Ziel hat, die Chancen und Perspektiven einer aufstrebenden Region zu erhöhen, betonte Landrat Uwe Schmidt. Caldens Erster Beigeordneter, Adolf Roß, sagte: Der Flughafen ist nicht nur eine große Chance für unsere Gemeinde, sondern für die gesamte Region. Und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer ergänzte: Wer stets nur die Ferienflieger im Kopf hat, unterschlägt, dass jeden Monat im Schnitt rund 3.000 Flugbewegungen am Flughafen Kassel-Calden stattfinden. Hier werde in der öffentlichkeit ein Zerrbild der tatsächlichen Verhältnisse vermittelt. Ich bin unseren Partnern vor Ort Stadt, Kreis und Gemeinde sehr dankbar, dass sie genauso wie wir bereit sind, unser gemeinsames Projekt zusammen mit der Geschäftsführung fit für die Zukunft zu machen.


Sommerflugplan: Germania übernimmt die zwei wöchentlichen Flüge nach Antalya

Im September und Oktober wird es noch mehrere Flugverbindungen zu den Destinationen Palma de Mallorca, Antalya und Split geben. Im November steht das italienische Kalabrien auf dem Flugplan. Ich freue mich außerdem Ihnen heute mitteilen zu können, dass bereits ab dem 1. Februar ein deutscher Veranstalter von Kassel-Calden aus einmal pro Woche die Destination Teneriffa und einmal die Woche die Destination Las Palmas de Gran Canaria bedienen wird, erklärte Geschäftsführerin Maria Anna Muller. Die Fluglinie ist eine europäische Airline und die beiden Strecken werden zunächst bis 31. Oktober 2014 bedient. Eine Pressemeldung des Veranstalters und die ÷ffnung der Buchungsportale erfolgten zum 1. Oktober dieses Jahres. Darüber hinaus kann ich schon jetzt verkünden, dass die in den vergangenen Monaten von einem anderen Anbieter bediente Destination Antalya im Sommerflugplan von unserem starken Partner Germania mit zwei wöchentlichen Flügen übernommen wird. Ebenfalls im Programm ab April bleiben die zwei wöchentlichen Flüge nach Palma de Mallorca und der einmal wöchentliche Flug ins kroatische Split, erläuterte Muller. Weitere Verbindungen seien in Vorbereitung.


Land Hessen trägt Kosten für Flughafensicherheit

Wie die Geschäftsführung weiter mitteilte, werde es in der Wintersaison keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die Arbeitsplätze am Regionalflughafen Kassel-Calden sind sicher! Mit einer Gesamtstärke von 142 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeite man ohnehin im Bereich einer Mindeststärke, um den Flughafenbetrieb am Laufen zu halten und die Verkehrsinfrastruktur sicherzustellen. Nur weil in einem gewissen Zeitraum weniger Autos fahren, wird ja auch keine Autobahn dicht gemacht, erklärte Minister Schäfer. Er erklärte darüber hinaus für die Gesellschafter, dass das Land Hessen selbstverständlich die so genannten Gemeinwohlkosten am Flughafen beispielsweise für die Flugsicherheit und den Brandschutz trage. Dabei handele es sich um eine hoheitliche Aufgabe, die hier wie auch an anderen Flughafenstandorten vom Staat getragen werde. Dafür stünden im laufenden Haushaltsplan des Landes etwas mehr als 4 Mio. Euro zur Verfügung. Hier erfolge eine Kostenerstattung des Landes für Gemeinwohlaufgaben der Flughafen GmbH Kassel. Wer dies infrage stellt, gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern spielt auch mit der Sicherheit von Flugpassagieren, betonte Schäfer.

Der Finanzminister ordnete den Flughafenausbau bei der Gelegenheit noch einmal in ein Gesamtkonzept ein: Die Hessische Landesregierung hat die Region Nordhessen seit 1999 planmäßig gefördert, die seit der Wiedervereinigung und der Erweiterung der Europäischen Union nach Osten ins Zentrum Europas gerückt ist. Der Schwerpunkt lag dabei in der Förderung von Unternehmensgr¸ndungen, in der gezielten Verbesserung der Innovations- und Investitionsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen sowie im Ausbau wirtschaftsnaher Infrastrukturen. Niemand bestreitet heute die regionale Wachstumsdynamik, die von Nordhessen ausgeht der Standort ist in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland und in Europa attraktiv geworden, die nordhessische Wirtschaft boomt und die Arbeitslosenquote ist überdurchschnittlich zurückgegangen. Die geographische Lage, die guten Verkehrsanbindungen, die Förderung des Hochschulstandortes, der Kultur und des Tourismus seien heute mehr denn je Markenzeichen Nordhessens. Wir haben eine erfolgreiche Logistikdrehscheibe geschaffen und Kassel ist im vergangenen Jahr als wirtschaftlich dynamischste Großstadt Deutschlands identifiziert worden. Kassel-Calden sei deshalb zuallererst eine sinnvolle und notwendige Ergänzung der nordhessischen Verkehrsinfrastruktur. Alle umliegenden Flughäfen in Erfurt, Paderborn oder Hannover liegen für die Industrie- und Unternehmensansiedlungen zu weit weg. Das Leistungsangebot des Flughafens in Paderborn rechtfertige im übrigen nicht die Überbrückung der Entfernung für Unternehmer und Reisende von Kassel aus.

Die Luftverkehrswirtschaft insgesamt befindet sich zurzeit allerdings in einer Krise, die auch andere Flughäfen, in Deutschland und in Europa ja sogar weltweit zu spüren bekommen. Insofern fiel der Start des Flughafens Kassel-Calden genau in eine Zeit ungünstiger ökonomischer Umstände. Wir haben den Flughafen jedoch nicht für die nächsten anderthalb Jahre ausgebaut, sondern dauerhaft für die kommenden Jahrzehnte als Teil der Verkehrsinfrastruktur, hob Schäfer hervor. Nach wie vor gehe man mittelfristig von einem weiteren Anstieg der Passagierzahlen in Deutschland bis 2020 aus. Aufgrund seiner Lage bleibe Deutschland das zentrale Luftdrehkreuz in Europa. Die großen Hubs werden in einigen Jahren an Kapazitätsgrenzen stoßen. Dies alles eröffne den Regionalflughäfen mittelfristig erfolgreiche Perspektiven, wenn sie als Teil einer wirtschaftlich erfolgreichen Region betrieben werden.

Es gibt immer noch Flughafengegner und Skeptiker, die den Aufschwung der Region nicht wahrnehmen oder wahrhaben wollen. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wie politische Mitbewerber offensichtlich so etwas wie klammheimliche Freude empfinden, wenn eine Fluggesellschaft einen ins Auge gefassten Vertrag nicht abschließt. Diese Strategie wird aber nicht aufgehen, so ist sich der Aufsichtsratsvorsitzende sicher. Denn in das positive Bild Nordhessens werde sich der Flughafen einfügen können und er werde selbst weitere Impulse vermitteln. Dies sagen uns die aktuellen Prognoseplanungen, es ist aber auch klar, dass sich dies finanziell entwickeln muss, wenn der Betrieb läuft. Wir werden in Kassel allerdings keine Billigflieger subventionieren: Dies wäre eine bequeme Lösung gewesen, sie bringt aber langfristig nur Ärger mit der Europäischen Union und Schulden, so Schäfer. Kassel-Calden ist der einzige Flughafen, der durch drei Notifizierungsverfahren der EU gekommen ist. In Europa wird genau hingesehen, wenn wir bei den Starts und Landungen mit den Gebühren in den Wettbewerb eingreifen. Bestimmte Fluggesellschaften haben also in Kassel-Calden keine Chance. Wir bewegen uns im Einklang mit den Regeln der EU auch wenn dies die Startphase des Flughafens verlängern wird. Kassel-Calden ist ein grundsolides und hervorragend administriertes Projekt, das wir am Ende auch dauerhaft wirtschaftlich betreiben werden, das von der Region angenommen wird und die dort vorhandenen Standortvorteile weiter verstärken wird. Um dies zu dokumentieren, dafür sind wir heute hier.

https://hmdf.hessen.de/presse/pressemitteilung/land-und-region-stehen-hinter-regionalflughafen-calden-und-seinen-0

 

16.09.2013